METHODE 07

Zusammen dagegen­halten! – Kollegiale Ratschläge

M= Moderation / TN = Teilnehmende

Thema

Kollegiale Fallberatung, Team stärken, Kompetenzen und Wissen der Beteiligten nutzen

Zielsetzung

  • TN können offen eigene Anliegen ansprechen
  • TN erfahren Zuspruch durch andere, die mit ähnlichen Situationen konfrontiert sind
  • TN bekommen neue Perspektive für ihre Fragestellung

Zeit

Ca. 45 Min

Gruppengröße

Ca. 10 TN, größere Gruppen einfach aufteilen

Alter

Für Multiplikator*innen

Durchführung / Ablauf

Ein TN bringt ein Anliegen/Fall ein und beschreibt diese kurz und knapp. Es können wenige kurze Nachfragen gestellt werden, die kurz beantwortet werden. Dabei ist kein Anliegen zu klein oder unpassend, wichtig ist, dass diese mit dem Thema des Workshops zu tun haben. Also z.B. Fragen des Umgangs mit Angehörigen oder Kolleg*innen, die an Verschwörungen glauben.

Die*der Falleinbringer*in formuliert eine Frage oder ein Anliegen zum eigenen eingebrachten Fall. („Für welche Situation möchtest Du Handlungsideen?“)

Die TN geben reihum „Gute Ratschläge“. Vorschlag für die Formulierung: „Ich gebe dir den guten Rat, …“.
Diese sind nicht belehrend, verletzend oder stellen die Kompetenz der*des Falleinbringer*in in Frage. Die Ratschläge müssen nicht bis ins Detail ausgefeilt sein, sondern es geht darum, möglichst viele verschiedene Aspekte zur Fragestellung zu bekommen.

Die Ratschläge werden im Pad selbstständig protokolliert und der*dem Falleinbringer*in mitgegeben. Sollte sich die Gruppe in Präsenz treffen, sollen die Ratschläge auf Papier mitgeschrieben werden. Alle anderen können die Ratschläge natürlich auch nutzen.

Anmoderation

M gibt kurze Orientierung auf Ziele und Ablauf der Aktivität. M stellt Verknüpfung zwischen Methode und inhaltlichem Rahmen (z.B. des Seminars, der Teambesprechung) her.
Wichtig ist durch die M zu betonen, dass für diese Methode gegenseitiges Vertrauen notwendig ist und im Vorfeld eine Übereinkunft getroffen werden muss, dass das Gesagte die Gruppe nicht verlässt. Es gibt dabei keine einfachen Lösungen, sondern es geht darum, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und seine eigenen Erfahrungen als Ressource zu erkennen.

Reflexion

Die*der Falleinbringer*in wird um das Schlusswort und kurzes Feedback gebeten, dabei könnte erwähnt werden, welche Ratschläge besonders hilfreich waren.

Aufgepasst!

Manchmal kommen die Gruppen nicht in Schwung und es lassen sich nicht sofort Anliegen/Fälle aus der Gruppe finden. Die M sollte hierbei keinen Druck aufbauen, der Gruppe Zeit lassen oder ggf. im Vorfeld Fallbeispiele recherchieren und diese notfalls einbringen.

Anknüpfungspunkte

Die Methode eignet sich sehr gut im Anschluss an Methoden, die eher theoretisch sind und als Abschluss einer Bildungseinheit, da hier Momente des Handelns konkretisiert werden und eine positive Perspektive aufgezeigt wird.

Benötigtes Material

Pad, auf dem die TN die guten Ratschläge virtuell mitschreiben. Z.B. kostenlos und datensicher auf https://pad.systemli.org/ oder einfach ein Blatt Papier und Stifte.